Energieeffizienzklasse E: der Durchschnitt des deutschen Bestands
Energieeffizienzklasse E liegt bei Wohngebäuden zwischen 130 und unter 160 kWh/(m²·a) (Anlage 10 zu § 86 GModG, bis 2026: GEG; Stand: August 2026). Sie entspricht etwa dem Durchschnitt des deutschen Wohngebäudebestands und ist bei einem ganz gewöhnlichen, nicht besonders sanierten Bestandshaus keine Seltenheit, eher der Regelfall.
Wo steht die Klasse im Energieausweis?
Auf der ersten Seite des Energieausweises zeigt der Bandtacho neun Farbstufen von A+ bis H, Klasse E liegt bereits im orangefarbenen Bereich, knapp jenseits der Skalenmitte. Der genaue kWh-Wert daneben zeigt, wie nah ein Gebäude an der Grenze zu D oder zu F liegt. Was hinter diesem Wert steckt und wie er berechnet wird, erklärt die Seite Baujahr, Berechnung und Effizienzklassen. Alle neun Klassen im direkten Vergleich zeigt die Übersicht der Energieeffizienzklassen.
Welche Gebäude landen typisch in Klasse E
Klasse E entspricht dem Durchschnitt des deutschen Wohngebäudebestands: Die Verbraucherzentrale beziffert den Bundesdurchschnitt auf rund 150 kWh/(m²·a), einen Wert mitten in dieser Klasse (Quelle: Verbraucherzentrale, Stand: August 2026). Typisch sind Häuser aus den 1960er- und 1970er-Jahren, etwa der Baujahre 1969 bis 1977, die vor der ersten Wärmeschutzverordnung 1977 gebaut wurden, aber im Laufe der Jahrzehnte einzelne Modernisierungen erfahren haben, etwa neue Fenster oder eine erneuerte Heizung, ohne dass die Fassade jemals nachgedämmt wurde. Ebenso häufig fallen Gebäude aus der Zeit kurz nach der ersten Wärmeschutzverordnung in diese Klasse, wenn die damals vorgeschriebene Dämmung nach heutigem Maßstab nur noch ein Basisniveau darstellt. Nach der Baualtersklassen-Systematik des Instituts Wohnen und Umwelt (IWU) bildet gerade diese Übergangsgruppe, weder komplett unsaniert noch modern gedämmt, einen besonders großen Anteil des bundesweiten Wohnungsbestands.
Klasse E beim Kauf oder bei der Miete
Weil Klasse E die Mitte des tatsächlichen Marktes abbildet, sind auffällige Preisabschläge oder -aufschläge hier seltener als an den beiden Enden der Skala. Vorliegende Marktanalysen ziehen ihre klaren Trennlinien meist bei „D und besser“ gegenüber schlechteren Klassen einerseits und bei den Klassen G und H andererseits, für Klasse E allein weisen sie keine eigene Zahl aus, eine seriöse Preisangabe nur für diese Klasse ist deshalb nicht möglich. In der Praxis bedeutet Klasse E beim Kauf eines Bestandshauses meist: ein normales, bewohnbares Gebäude ohne akuten Sanierungsstau, aber auch ohne besonderen energetischen Vorzeigestandard, ein solider Ausgangspunkt für weitere Überlegungen. Was beim Verkauf eines Hauses generell an Pflichtangaben und Vorlagepflichten rund um den Energieausweis zu beachten ist, unabhängig von der konkreten Klasse, beschreibt die Seite Energieausweis beim Hausverkauf.
Von E zu D
Der Weg von E zu D lässt sich bei vielen Gebäuden dieser Klasse mit überschaubarem Aufwand gehen, weil oft bereits einzelne Maßnahmen vorhanden sind, an die sich anknüpfen lässt. Häufige nächste Schritte sind eine Dämmung der obersten Geschossdecke, ein vergleichsweise günstiger Eingriff mit spürbarer Wirkung, oder der Austausch verbliebener alter Fenster in einzelnen Räumen. Bei Häusern mit noch fossiler, aber funktionstüchtiger Heizung lohnt sich zusätzlich ein Blick auf die Anlagentechnik, auch ohne sofortigen Komplettaustausch lässt sich der Wirkungsgrad mancher Altanlagen durch einen hydraulischen Abgleich verbessern. Eine verlässliche Reihenfolge der Maßnahmen liefert am Ende aber nur eine individuelle Einschätzung vor Ort, nicht der Energieausweis allein.

Neuen Energieausweis erstellen
Ob ein konkretes Haus wirklich Klasse E erreicht oder knapp darüber beziehungsweise darunter liegt, zeigt nur der tatsächlich ausgestellte Energieausweis. Für die meisten Wohngebäude, die nicht unter die WSchV-1977-Sonderregel fallen, besteht dabei Wahlfreiheit zwischen Bedarfs- und Verbrauchsausweis, einen Überblick über beide Ausweistypen bietet die Seite Energieausweis für Wohngebäude.
Häufige Fragen
Was bedeutet Energieeffizienzklasse E?
Ein Energiebedarf oder -verbrauch zwischen 130 und unter 160 kWh/(m²·a), der Bereich, in dem der Durchschnitt des deutschen Wohnungsbestands liegt.
Ist Klasse E schlecht?
Nicht besonders schlecht, aber auch nicht gut. Sie liegt knapp jenseits der Skalenmitte und beschreibt ein durchschnittliches, nicht umfassend saniertes Bestandsgebäude.
Warum fallen so viele Häuser in Klasse E?
Weil der Durchschnitt des Bestands genau hier liegt: Ein großer Teil der Häuser aus den 1960er- und 1970er-Jahren mit einzelnen, aber nicht umfassenden Modernisierungen erreicht Werte zwischen 130 und 160 kWh/(m²·a).
Muss ich vor dem Verkauf eines Hauses der Klasse E sanieren?
Nein, eine Sanierungspflicht allein wegen der Klasse besteht nach aktuellem Stand nicht. Verpflichtend ist nur, einen gültigen Energieausweis vorzulegen.
Diese Seite bietet keine Rechtsberatung. Alle Angaben ohne Gewähr, maßgeblich ist der Gesetzestext. Stand: August 2026.