Energieeffizienzklassen A+ bis H: die Tabelle verstehen
Die Energieeffizienzklasse steht auf der ersten Seite jedes Energieausweises und reicht bei Wohngebäuden von A+ (unter 30 kWh/(m²·a)) bis H (ab 250 kWh/(m²·a)). Je niedriger der Kennwert, desto weniger Energie braucht das Gebäude pro Quadratmeter und Jahr für Heizung, Warmwasser und Lüftung (Anlage 10 zu § 86 GModG, bis 2026: GEG; Stand: August 2026).
Die Tabelle der Energieeffizienzklassen
| Klasse | kWh/(m²·a) | Einordnung |
|---|---|---|
| A+ | unter 30 | sehr niedriger Bedarf, praktisch nur Neubau |
| A | 30 bis unter 50 | sehr effizient |
| B | 50 bis unter 75 | effizient |
| C | 75 bis unter 100 | guter Mittelwert |
| D | 100 bis unter 130 | durchschnittlich |
| E | 130 bis unter 160 | Durchschnitt des Bestands |
| F | 160 bis unter 200 | erhöhter Bedarf |
| G | 200 bis unter 250 | deutlich sanierungsbedürftig |
| H | ab 250 | sehr hoher Bedarf |
Quelle: Anlage 10 zu § 86 GModG (gesetze-im-internet.de/geg/__86.html), Stand: August 2026. Die Skala gilt für Wohngebäude. Für Nichtwohngebäude ist im Zuge der Gesetzesreform eine eigene, EU-weit einheitliche Skala von A bis G vorgesehen, sie gilt nach aktuellem Stand noch nicht.

Was der Kennwert wirklich zeigt
Der kWh/(m²·a)-Wert hinter jeder Klasse kommt aus einer von zwei Berechnungsarten. Beim Bedarfsausweis ermittelt eine Fachperson den theoretischen Energiebedarf aus Dämmung, Fenstern und Heiztechnik, unabhängig vom bisherigen Heizverhalten. Beim Verbrauchsausweis fließen dagegen die tatsächlichen Verbrauchsdaten der letzten drei Jahre ein. Beide Werte landen am Ende in derselben Tabelle, obwohl sie unterschiedlich zustande kommen, ein Bedarfs- und ein Verbrauchsausweis für dasselbe Gebäude können deshalb leicht unterschiedliche Klassen ergeben. Wie die Berechnung im Detail abläuft und welche Rolle das Baujahr dabei spielt, erklärt die Seite Baujahr, Berechnung und Effizienzklassen.
Klasse und Baujahr: eine grobe Orientierung
Das Baujahr allein bestimmt die Klasse nicht, Sanierungen können sie deutlich verschieben. Trotzdem lässt sich grob orientieren: Die Gebäudetypologie des Instituts Wohnen und Umwelt (IWU), die den deutschen Wohnungsbestand nach Baualtersklassen und typischen Konstruktionen einteilt, zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen Bauepoche und energetischer Qualität im unsanierten Zustand. Unsanierte Gebäude aus der Zeit vor der ersten Wärmeschutzverordnung 1977 liegen typischerweise in den Klassen F bis H, Gebäude aus den drei Wärmeschutzverordnungs-Jahrzehnten (1978 bis 2001) meist in D bis F, und Neubauten nach der Energieeinsparverordnung beziehungsweise dem heutigen GModG-Neubaustandard erreichen in der Regel B oder besser. Klasse A+ bleibt praktisch aktuellen Neubauten mit besonders ambitioniertem Dämmstandard vorbehalten (Quelle: IWU Deutsche Wohngebäudetypologie). Jede der neun Klassenseiten in dieser Übersicht geht genauer auf die typischen Baujahre und Bauweisen ihrer Klasse ein.
Klasse und Immobilienwert
Bei Verkauf oder Vermietung ist die Energieeffizienzklasse längst mehr als eine Zahl im Ausweis. Eine Analyse von ImmoScout24 zeigt: Eigentumswohnungen der Klasse A gewannen zwischen Anfang 2021 und Ende 2025 deutschlandweit rund 13 Prozent an Wert, Wohnungen der Klassen G und H verloren im selben Zeitraum jeweils rund 12 Prozent, eine Schere von 25 Prozentpunkten (Quelle: Scout24-Pressemitteilung „Unsanierte Wohnungen verlieren an Wert“, Stand: Anfang 2026). Der Postbank Wohnatlas 2026 kommt zu einem ähnlichen Bild aus einer anderen Richtung: In 83 untersuchten Regionen lag der Preisaufschlag für angebotene Wohnungen der Klassen D und besser bei mindestens 1.000 Euro pro Quadratmeter gegenüber schlechter eingestuften Objekten (Quelle: Postbank Wohnatlas 2026, Stand: August 2026). Beide Analysen sind bundesweite Durchschnittswerte, wie stark sich die Klasse bei einem konkreten Objekt auf den Preis auswirkt, hängt zusätzlich von Lage, Zustand und Nachfrage vor Ort ab.
Die neun Klassen im Überblick
Energieeffizienzklasse A+ steht für den niedrigsten Energiebedarf aller Klassen, unter 30 kWh/(m²·a). Auf dem Gebrauchtmarkt kommt sie kaum vor, erreicht wird sie fast nur von Neubauten mit sehr hohem Dämmstandard. Was das für einen Neubau konkret bedeutet, erklärt die Seite Energieeffizienzklasse A+.
Klasse A liegt zwischen 30 und unter 50 kWh/(m²·a) und markiert sehr effiziente Gebäude, oft junge Neubauten oder umfassend sanierte Altbauten. Wie sich Klasse A auf den Immobilienwert auswirkt und welche Gebäude sie typischerweise erreichen, zeigt die Seite Energieeffizienzklasse A.
Klasse B, 50 bis unter 75 kWh/(m²·a), ist der übliche Standard für Neubauten der vergangenen anderthalb Jahrzehnte und für konsequent modernisierte Bestandsgebäude. Details zu typischen Baujahren und was Klasse B beim Verkauf bedeutet, liefert die Seite Energieeffizienzklasse B.
Klasse C (75 bis unter 100 kWh/(m²·a)) gilt als solider Mittelwert, weder auffällig effizient noch sanierungsbedürftig. Häufig erreichen ihn Gebäude aus den 2000er-Jahren oder teilsanierte ältere Häuser, mehr dazu auf der Seite Energieeffizienzklasse C.
Klasse D, 100 bis unter 130 kWh/(m²·a), bildet die Mitte der Skala und kommt bei vielen Gebäuden mit einzelnen Modernisierungsmaßnahmen vor. Welche Rolle Klasse D beim Immobilienwert spielt, erläutert die Seite Energieeffizienzklasse D.
Klasse E (130 bis unter 160 kWh/(m²·a)) entspricht etwa dem Durchschnitt des deutschen Wohngebäudebestands, den die Verbraucherzentrale mit rund 150 kWh/(m²·a) beziffert (Quelle: Verbraucherzentrale, Stand: August 2026). Was das für einen ganz gewöhnlichen Hauskauf bedeutet, beschreibt die Seite Energieeffizienzklasse E.
Klasse F, 160 bis unter 200 kWh/(m²·a), markiert den Punkt, an dem Käufer und Banken beim Energieausweis genauer hinschauen. Worauf es dabei ankommt, zeigt die Seite Energieeffizienzklasse F.
Klasse G (200 bis unter 250 kWh/(m²·a)) gilt als deutlich sanierungsbedürftig, um diese Klasse und die noch schwächere Stufe H kreist auch die öffentliche Debatte über künftige Modernisierungsanreize. Details und eine realistische Einordnung liefert die Seite Energieeffizienzklasse G.
Klasse H, ab 250 kWh/(m²·a), ist die schwächste Klasse der Skala und betrifft meist sehr alte, unsanierte Gebäude. Was das beim Verkauf konkret bedeutet und welche Wege zu einer besseren Klasse realistisch sind, erklärt die Seite Energieeffizienzklasse H.
Welche Klasse hat mein Haus?
Die einfachste Antwort steht bereits im vorhandenen Energieausweis: Auf der ersten Seite ist die Klasse als farbiger Balken neben dem kWh-Wert abgebildet. Liegt für Ihr Gebäude noch kein gültiger Energieausweis vor oder ist der vorhandene abgelaufen, lässt sich die Klasse nur über einen neuen Ausweis ermitteln, denn dafür braucht es entweder die Verbrauchsdaten der letzten drei Jahre oder eine Berechnung anhand der Gebäudedaten. Welcher Ausweistyp für Ihr Gebäude überhaupt infrage kommt, klärt die Entscheidungshilfe Bedarfs- oder Verbrauchsausweis anhand weniger Fragen.
Neuen Energieausweis erstellen
Ohne gültigen Energieausweis lässt sich die eigene Effizienzklasse nicht zuverlässig bestimmen, eine Schätzung nach Bauchgefühl ersetzt die amtliche Einstufung nicht. Die Erstellung läuft online und ohne festen Vor-Ort-Termin, den vollständigen Ablauf beschreibt die Seite Energieausweis online erstellen.
Häufige Fragen
Was bedeuten die Energieeffizienzklassen A+ bis H?
Sie zeigen, wie viel Energie ein Gebäude pro Quadratmeter und Jahr für Heizung, Warmwasser und Lüftung benötigt oder verbraucht. A+ steht für den niedrigsten, H für den höchsten Wert.
Welche Energieeffizienzklasse ist gut?
A+ bis C gelten allgemein als effizient, D als durchschnittlich, E bis H als zunehmend sanierungsbedürftig. Wie gut eine Klasse im Einzelfall einzuordnen ist, hängt auch von Gebäudetyp und Baujahr ab.
Wie finde ich die Klasse meines Hauses heraus?
Sie steht im bestehenden Energieausweis auf der ersten Seite. Ohne gültigen Ausweis lässt sich die Klasse nur über einen neuen ermitteln.
Ändert sich die Skala von A+ bis H bald?
Im Rahmen der EU-Gebäuderichtlinie ist für Nichtwohngebäude eine neue Skala von A bis G vorgesehen. Für Wohngebäude gilt die Skala von A+ bis H nach aktuellem Stand unverändert weiter.
Diese Seite bietet keine Rechtsberatung. Alle Angaben ohne Gewähr, maßgeblich ist der Gesetzestext. Stand: August 2026.