Gebäudenutzfläche einfach erklärt
Die Gebäudenutzfläche ist die Bezugsgröße, auf die alle Energiekennwerte im Energieausweis umgerechnet werden. Sie wird nach einer im Gesetz vorgegebenen, standardisierten Methode aus dem beheizten Bauvolumen des gesamten Gebäudes ermittelt und liegt dadurch in der Regel über der reinen Wohnfläche einzelner Einheiten.
Gebäudenutzfläche im Energieausweis
Jeder Kennwert im Energieausweis, ob Endenergiebedarf, Endenergieverbrauch oder Primärenergiebedarf, wird in Kilowattstunden pro Quadratmeter Gebäudenutzfläche und Jahr angegeben, nicht pro Quadratmeter Wohnfläche. Für die Berechnung zählt deshalb nicht die Wohnfläche einer einzelnen Wohnung, sondern die Nutzfläche des gesamten Gebäudes einschließlich Keller-, Dach- und Nebenräumen, soweit sie beheizt sind.
Diese Umrechnung betrifft sowohl Bedarfs- als auch Verbrauchsausweise gleichermaßen, da beide Ausweistypen ihre Kennwerte auf dieselbe Bezugsgröße normieren, um Gebäude unterschiedlicher Größe vergleichbar zu machen.
Warum die Gebäudenutzfläche größer ist als die Wohnfläche
Die Gebäudenutzfläche wird aus dem beheizten Bauvolumen des Gebäudes berechnet, nicht aus der Summe der einzelnen Wohnungsgrundrisse. Dadurch fließen Bereiche ein, die bei der klassischen Wohnflächenberechnung nach Wohnflächenverordnung nicht oder nur teilweise mitzählen, etwa Kellerräume, Treppenhäuser oder Dachschrägen mit geringerer Raumhöhe. Die genaue Differenz zwischen Gebäudenutzfläche und Wohnfläche hängt stark von Gebäudeform, Geschosshöhe und Kellerausbau ab, eine pauschale Umrechnungszahl, die für jedes Gebäude gilt, gibt es nicht.
Was das für Eigentümer bedeutet
Für Eigentümer ist die genaue Gebäudenutzfläche in der Praxis vor allem eines: eine Rechengröße, die die ausstellende Fachperson im Rahmen der Berechnung selbst ermittelt, nicht ein Wert, den Sie selbst vorab bestimmen müssen. Beim Vergleich mehrerer Energieausweise lohnt sich trotzdem ein Blick darauf, ob die zugrunde gelegte Fläche plausibel zur tatsächlichen Gebäudegröße passt, da ein fehlerhaft angesetzter Wert die Kennwerte pro Quadratmeter verzerren kann. Wie die Gebäudenutzfläche zusammen mit dem Endenergiewert den zentralen kWh/m²a-Kennwert ergibt, erklärt der Beitrag kWh/m²a einfach erklärt.
Eine vollständige Übersicht zur Berechnung des Energieausweises, einschließlich Baujahr-Regeln und Effizienzklassen, bietet die Seite Energieausweis: Baujahr, Berechnung und Effizienzklassen. Bei einer Online-Bestellung übernimmt die ausstellende Fachperson die Flächenermittlung anhand Ihrer Gebäudeangaben: Energieausweis online erstellen.
Häufige Fragen
Ist die Gebäudenutzfläche dasselbe wie die Wohnfläche?
Nein. Die Gebäudenutzfläche wird aus dem beheizten Bauvolumen des gesamten Gebäudes berechnet und liegt deshalb in der Regel über der reinen Wohnfläche einzelner Wohnungen.
Wer ermittelt die Gebäudenutzfläche?
Die ausstellungsberechtigte Fachperson im Rahmen der Energieausweis-Erstellung, auf Basis der Gebäudedaten. Eigentümer müssen den Wert nicht selbst berechnen.
Warum ist die Gebäudenutzfläche für den Energieausweis wichtig?
Weil alle Energiekennwerte im Ausweis auf diese Fläche bezogen werden. Eine falsch angesetzte Fläche verzerrt den kWh/m²a-Wert und damit auch die Einordnung in eine Energieeffizienzklasse.