EnEV einfach erklärt
Die EnEV, die Energieeinsparverordnung, war von 2002 bis 2020 die zentrale deutsche Verordnung für den energetischen Standard von Gebäuden. Sie führte 2007 den Energieausweis für Bestandsgebäude ein und wurde am 1. November 2020 durch das Gebäudeenergiegesetz abgelöst, das seit dem 29. Juli 2026 unter dem Namen Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) firmiert.
Was die EnEV geregelt hat
Die EnEV bündelte erstmals Anforderungen an Heizung, Warmwasserbereitung, Lüftung und den baulichen Wärmeschutz eines Gebäudes in einer einzigen Berechnungslogik, statt sie wie zuvor in getrennten Verordnungen zu behandeln. Sie löste damit die bis dahin geltende Wärmeschutzverordnung ab, die ausschließlich den baulichen Wärmeschutz regelte, ohne Heiztechnik und Lüftung einzubeziehen.
Geschichte der EnEV: von 2002 bis zum GEG
| Fassung | In Kraft ab | Wesentliche Neuerung |
|---|---|---|
| EnEV 2002 | 01.02.2002 | Erste Fassung, löst die Wärmeschutzverordnung ab, führt den Energieausweis für Neubauten ein |
| EnEV 2004 | 2004 | Anpassungen und Klarstellungen, keine grundlegende Verschärfung |
| EnEV 2007 | 01.10.2007 | Energieausweis erstmals auch für Bestandsgebäude bei Verkauf oder Vermietung |
| EnEV 2009 | 01.10.2009 | Verschärfung der Anforderungen an den Primärenergiebedarf um rund 30 Prozent, Einführung des Referenzgebäude-Verfahrens |
| EnEV 2014 | 01.05.2014 | Weitere Verschärfung der energetischen Anforderungen für Neubauten |
| „EnEV 2016“ | 2016 | Verschärfungsstufe der EnEV 2014 mit höheren Neubau-Anforderungen, umgangssprachlich als eigene Fassung bezeichnet |
| GEG | 01.11.2020 | Löst EnEV, Energieeinsparungsgesetz (EnEG) und Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) ab und führt sie in einem Gesetz zusammen |
| GModG | 29.07.2026 | Umbenennung des GEG; die Energieausweis-Paragraphen behalten ihre Nummern |
Quelle: GModG-Infoportal des BBSR (vormals GEG-Infoportal), Archiv EnEV, Stand: August 2026.
Der wichtigste Einschnitt für Eigentümer bestehender Gebäude war die EnEV 2007: Bis dahin war ein Energieausweis nur für Neubauten vorgeschrieben. Erst ab 2007 mussten auch Verkäufer und Vermieter bestehender Gebäude einen Ausweis vorlegen können, das Prinzip gilt bis heute unverändert unter dem GModG fort.
Warum die EnEV heute noch eine Rolle spielt
Die EnEV selbst ist seit dem 1. November 2020 kein geltendes Recht mehr, ihre Bestimmungen sind aber für die Einordnung älterer Gebäude weiterhin relevant. Das Baujahr eines Gebäudes bestimmt mit, unter welcher Fassung der EnEV oder Wärmeschutzverordnung es ursprünglich errichtet wurde, und damit indirekt, welchen energetischen Ausgangsstandard es hat. Diese Einordnung hilft, die Ergebnisse eines aktuellen Energieausweises realistisch einzuschätzen: Ein Gebäude aus der Zeit der EnEV 2002 hat andere typische Kennwerte als eines aus der verschärften EnEV 2009.
Für die Frage, welcher Ausweistyp heute für ein bestimmtes Baujahr zulässig ist, gilt weiterhin die Regel aus § 80 Absatz 3 GModG (bis 2026: GEG), die an das Baujahr 1977 anknüpft, nicht an EnEV-Fassungen. Details dazu erklärt die Seite Energieausweis: Baujahr, Berechnung und Effizienzklassen.
Was das für Eigentümer bedeutet
Für die Praxis zählt heute ausschließlich, dass ein aktueller Energieausweis nach den geltenden Regeln des GModG vorliegt, unabhängig davon, unter welcher historischen Fassung der EnEV das Gebäude ursprünglich errichtet wurde. Die EnEV-Geschichte hilft vor allem, den energetischen Zustand eines älteren Gebäudes einzuordnen und realistische Erwartungen an mögliche Sanierungsmaßnahmen zu entwickeln.
Ein aktueller Energieausweis lässt sich unabhängig vom Baujahr des Gebäudes direkt online beauftragen: Energieausweis online erstellen.
Häufige Fragen
Gilt die EnEV noch?
Nein. Die EnEV wurde am 1. November 2020 durch das Gebäudeenergiegesetz abgelöst, das seit dem 29. Juli 2026 als Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) firmiert. Für aktuelle Energieausweise gilt ausschließlich das GModG.
Seit wann gibt es den Energieausweis für Bestandsgebäude?
Seit der EnEV 2007, die am 1. Oktober 2007 in Kraft trat. Zuvor war der Energieausweis nur für Neubauten vorgeschrieben.
Was war der Unterschied zwischen EnEV und Wärmeschutzverordnung?
Die Wärmeschutzverordnung regelte ausschließlich den baulichen Wärmeschutz. Die EnEV bündelte ab 2002 zusätzlich Anforderungen an Heizung, Warmwasser und Lüftung in einer gemeinsamen Berechnung.
Welche Vorschrift galt vor der EnEV, welche danach?
Vor der EnEV galt die Wärmeschutzverordnung (1977 bis 2002). Auf die EnEV folgte 2020 das Gebäudeenergiegesetz, das heute den Namen GModG trägt.
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Diese Seite bietet keine Rechtsberatung. Alle Angaben ohne Gewähr, maßgeblich ist der Gesetzestext. Rechtliche Grundlage ist das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das bis 2026 als Gebäudeenergiegesetz (GEG) bekannt war; die hier beschriebenen Regelungen gelten unter denselben Paragraphennummern unverändert fort, bis die im Gesetz vorgesehenen Neuerungen in Kraft treten. Stand: August 2026.