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Primärenergiefaktor einfach erklärt

Redaktion Energieausweis-Experte · Stand: August 2026

Der Primärenergiefaktor ist eine gesetzlich festgelegte Kennzahl, die angibt, wie viel zusätzliche Energie für Gewinnung, Umwandlung und Transport eines Energieträgers aufgewendet werden muss, bevor er im Gebäude als Wärme ankommt. Er ist einheitenlos, multipliziert mit dem Endenergiebedarf ergibt er den Primärenergiebedarf, und er reicht je nach Energieträger von 0 (Solarstrom vom eigenen Gebäude) bis 1,8 (Netzstrom).

Primärenergiefaktor im Energieausweis

Der Primärenergiefaktor selbst steht nicht als eigene Zeile im fertigen Energieausweis, er fließt aber direkt in die Berechnung des Primärenergiebedarfs ein, der im Bedarfsausweis ausgewiesen wird. Die ausstellende Fachperson wählt den Faktor passend zum tatsächlich eingesetzten Energieträger des Gebäudes aus der gesetzlichen Tabelle aus. Bei Fernwärme meldet der jeweilige Netzbetreiber den aktuellen, netzspezifischen Wert.

Der Faktor unterscheidet bewusst zwischen dem reinen Wärmeinhalt eines Energieträgers und seiner vorgelagerten Kette: Erdgas verbrennt effizient, verursacht aber Förder- und Transportverluste. Strom aus dem Netz enthält einen Mix aus fossilen und erneuerbaren Quellen mit Übertragungsverlusten. Vor Ort erzeugter und direkt verbrauchter Solarstrom umgeht diese Kette weitgehend, deshalb liegt sein Faktor bei 0.

Primärenergiefaktoren im Überblick

Die aktuellen Werte legt Anlage 4 zu § 22 Absatz 1 GModG (bis 2026: GEG) fest:

Energieträger Primärenergiefaktor
Heizöl 1,1
Erdgas 1,1
Strom, netzbezogen (auch für Wärmepumpen) 1,8
Strom aus Großwärmepumpen ab 500 kW, netzbezogen 1,2
Solarstrom, vor Ort erzeugt und direkt verbraucht 0
Holzpellets und andere feste Biomasse 0,2
Fernwärme 0,3–1,3, netzabhängig

Quelle: Anlage 4 zu § 22 Absatz 1 GModG (bis 2026: GEG), Stand: August 2026. Bei Fernwärme veröffentlicht der Netzbetreiber den konkreten Wert für sein Netz jährlich neu, ein pauschaler Bundeswert existiert nicht.

Was der Faktor für die Wahl der Heiztechnik bedeutet

Ein niedriger Primärenergiefaktor wirkt sich direkt auf den Primärenergiebedarf im Ausweis aus, unabhängig davon, wie effizient die Anlage selbst arbeitet. Das erklärt, warum Holzpellet- und Wärmepumpenheizungen im Vergleich zu Öl- und Gasheizungen oft günstiger abschneiden, auch wenn ihr tatsächlicher Endenergiebedarf nicht immer niedriger ist. Für die energetische Bewertung eines Gebäudes zählt am Ende beides zusammen: die bauliche Qualität und der gewählte Energieträger.

Welcher Ausweistyp den Primärenergiebedarf überhaupt ausweist und wie sich der Bedarfsausweis online beauftragen lässt, zeigt die Seite Bedarfsausweis online erstellen.

Häufige Fragen

Was bedeutet ein Primärenergiefaktor von 1,8?

Er gilt für netzbezogenen Strom: Um 1 kWh Endenergie in Form von Strom bereitzustellen, werden rechnerisch 1,8 kWh Primärenergie aufgewendet, inklusive Erzeugung und Übertragungsverlusten im Netz.

Warum hat Solarstrom einen Primärenergiefaktor von 0?

Weil er direkt am Gebäude erzeugt und dort verbraucht wird. Die vorgelagerte Kette aus Gewinnung, Umwandlung und Transport, die der Faktor bewertet, entfällt dadurch fast vollständig.

Wo finde ich den Primärenergiefaktor für mein Fernwärmenetz?

Der zuständige Fernwärmeversorger veröffentlicht ihn jährlich, meist auf der eigenen Website oder auf Anfrage. Ein bundesweit einheitlicher Wert existiert bei Fernwärme nicht.

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Diese Seite bietet keine Rechtsberatung. Alle Angaben ohne Gewähr, maßgeblich ist der Gesetzestext. Rechtliche Grundlage ist das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das bis 2026 als Gebäudeenergiegesetz (GEG) bekannt war; die hier beschriebenen Regelungen gelten unter denselben Paragraphennummern unverändert fort, bis die im Gesetz vorgesehenen Neuerungen in Kraft treten. Stand: August 2026.

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Wir stellen selbst keine Energieausweise aus. Die Ausstellung übernimmt ein registrierter Aussteller nach § 88 GEG (bis 2026: GEG, danach GModG) — wir vermitteln den Kontakt und die technische Abwicklung.

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