Energiekennwert einfach erklärt
Der Energiekennwert ist die zentrale Zahl im Energieausweis: die Energiemenge in Kilowattstunden pro Quadratmeter Gebäudenutzfläche und Jahr (kWh/(m²·a)), die ein Gebäude für Heizung, Warmwasser und Lüftung benötigt oder tatsächlich verbraucht hat. Je nach Ausweistyp handelt es sich entweder um den berechneten Endenergiebedarf oder den abgelesenen Endenergieverbrauch.
Energiekennwert im Energieausweis
Der Energiekennwert ist grafisch als Bandtacho dargestellt, beim Bedarfsausweis auf Seite 2, beim Verbrauchsausweis auf Seite 3 des Dokuments: ein farbiger Balken von Grün (niedrig) bis Rot (hoch), auf dem eine Markierung den konkreten Wert des Gebäudes zeigt. Zusätzlich ist der Wert der Ausgangspunkt für die Zuordnung zur Energieeffizienzklasse.
Zwei Ausweistypen füllen diesen Kennwert unterschiedlich:
- Bedarfsausweis: Der Kennwert ist der berechnete Endenergiebedarf, ermittelt aus Bauteilen und Heiztechnik.
- Verbrauchsausweis: Der Kennwert ist der Endenergieverbrauch, ermittelt aus den tatsächlichen Verbrauchsdaten der letzten drei Jahre.
Beide Varianten heißen im Alltag oft schlicht „Energiekennwert“, meinen aber methodisch unterschiedliche Werte. Ein Vergleich zwischen einem Gebäude mit Bedarfsausweis und einem mit Verbrauchsausweis ist deshalb nur eingeschränkt aussagekräftig.
Endenergieverbrauch: die Verbrauchsausweis-Variante
Der Endenergieverbrauch stammt aus den tatsächlichen Verbrauchsdaten der letzten drei Abrechnungsjahre, in der Regel abgelesen aus den Heizkostenabrechnungen, und wird witterungsbereinigt, damit ein besonders kalter oder milder Winter das Ergebnis nicht verzerrt. Er bildet ab, wie viel Energie im Gebäude real verbraucht wurde, beeinflusst also auch durch Belegung und individuelles Heizverhalten, nicht nur durch die Bausubstanz.
Welcher der beiden Werte für ein bestimmtes Gebäude überhaupt zulässig ist, hängt unter anderem vom Baujahr und der Anzahl der Wohnungen ab. Die Kriterien fasst die Entscheidungshilfe Bedarfs- oder Verbrauchsausweis zusammen.
Wie Sie den Energiekennwert richtig lesen
Ein niedriger Wert bedeutet einen geringen Energiebedarf oder -verbrauch und liegt meist im grünen Bereich des Bandtachos, ein hoher Wert im roten. Wie der Bandtacho im Detail aufgebaut ist und wo die einzelnen Kennwerte auf beiden Seiten des Dokuments stehen, zeigt der Beitrag Energieausweis richtig lesen.
Der passende Ausweis mit Energiekennwert lässt sich für Ihr Gebäude online bestellen, den Ablauf zeigt die Seite Verbrauchsausweis online erstellen.
Häufige Fragen
Was ist ein guter Energiekennwert?
Werte unter etwa 50 kWh/(m²·a) gelten als sehr gut, Werte über 200 kWh/(m²·a) als energetisch schwach. Der genaue Rahmen hängt von Gebäudetyp und Baujahr ab, ein pauschaler Grenzwert für „gut" existiert nicht.
Ist der Energiekennwert im Bedarfsausweis derselbe wie im Verbrauchsausweis?
Methodisch nicht direkt vergleichbar: Der Bedarfsausweis zeigt einen berechneten Wert, der Verbrauchsausweis einen aus realen Daten abgeleiteten Wert. Beide heißen umgangssprachlich Energiekennwert, entstehen aber unterschiedlich.
Wo finde ich den Energiekennwert im Energieausweis?
Beim Bedarfsausweis auf Seite 2, beim Verbrauchsausweis auf Seite 3 des Dokuments, dargestellt als farbiger Bandtacho mit einer Markierung für das konkrete Gebäude, zusätzlich als Zahlenwert daneben.